Aus- und Weiterbildungskurse

Die Schule

Die Ausbildung erfolgt in Offenburg vom „Instituto Hygiena“ , das seinen Sitz in Plasencia in Spanien hat.


Ausbildungsleiter ist Dr. med. Florencio Herrero, Facharzt für Allgemeinmedizin und Schularzt an verschiedenen Waldorfschulen; Ausbilder der anthroposophischen Ärzte in Spanien; Kursleiter der Massageausbildung in Spanien, Portugal, Kolumbien und Baden-Württemberg; Massage – Anwendungen in eigener Praxis durch seine Mitarbeiterin Frauke Elsner, langjährige Therapeutin und praktische Ausbildnerin im „Instituto Hygiena“, assistiert durch Dr. phil. Annette Robert, Presselmasseurin in eigener Praxis in Offenburg und tätig im Therapeutikum der Freien Kulturschule in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit anthroposophischen Ärzten (www.freie-kulturschule-ka.de). Dr. Annette Robert, Frauke Elsner, Dr. Stefan Görnitz und Heike Jessen sind für den praktischen Teil der Ausbildung verantwortlich.

Allgemeine Aufnahmekriterien

 
 

Als Mindestalter werden 25 Jahre angesetzt; wichtig ist ein angemessener seelischer und körperlicher Gesundheitszustand; das Interesse an dem anthroposophischen Menschenbild und der Anthroposophie im allgemeinen wird erwartet; Qualifikationen im Gesundheitsbereich (Arzt, Heilpraktiker, Masseur/Physiotherapeut, Krankenschwester, usw.) sind erwünscht, aber nicht Voraussetzung. Heileurythmisten, Pädagogen, Heilpädagogen, Kunsttherapeuten, u.a., aber auch interessierte Laien, die im Rahmen der Familie und im Freundeskreis tätig werden wollen, sind ebenfalls willkommen.

Teilnehmerzahl: 8-12 Personen
Die Kursgebühren betragen pro Kurseinheit 500.- €.

Die Aufnahmebedingungen sind die Folgenden:

  • Handschriftlicher Lebenslauf mit bisherigen Qualifikationen und Motivationsdarstellung.

  • Aufnahmegespräch mit den Ausbildungsleitern (Arzt und Masseurin), was oftmals erst am     Kursbeginn möglich ist, wenn die Teilnehmer von weither kommen.

Zeitlicher Verlauf der Weiterbildung

 

Die Ausbildung zum/r Presselmasseur/in ist eine berufsbegleitende Ausbildung. Die Gesamtausbildung umfasst 9 Kurse, die im Verlauf von 3-4 Jahren, möglichst in den Ferienzeiten Baden-Württembergs abgehalten werden. Im Durchschnitt wird von 400-430 Unterrichtsstunden ausgegangen. Die Kurse dauern in der Regel eine Woche. Jeder Kurs ist in sich abgeschlossen. Die ersten zwei Kurse werden als Probekurse angesehen. Neuzugänge sind nur bis zur 2. Kurseinheit einschließlich erlaubt, da ein Gruppendynamismus mit bereits therapeutischen Auswirkungen entstehen soll. Gespräche zwischen Arzt, Massageausbildnerin und Kursteilnehmer stellen die Voraussetzungen für eine weitere Teilnahme dar. Hinzukommen übende, praktische Massage-Ausführungen in den Zeiten zwischen den Kursen, deren Erfahrungen im jeweils folgenden Kurs im Gesprächsaustausch mit Arzt und Massage-Ausbildnerin dargestellt und erörtert werden.


Sehr wünschenswert ist weiterhin ein am jeweiligen Heimatort oder in der Nähe angesetzter regelmäßiger Massage-Austausch zwischen den angehenden Presselmasseur/innen und/oder mit bereits diplomierten Presselmasseur/innen.

Struktur der Kurse und Ausbildungsinhalte

 

Der Aufbau der Kurse beruht auf drei Säulen:
 

  1. künstlerische Tätigkeit (Eurythmie mit Josefine Kleeberger)

  2. Vortrag und Aussprache zum Themenkreis (Dr. Florencio Herrero)

  3. Erüben der Massage-Praxis (Frauke Elsner, Dr. Annette Robert, Dr. Stefan Goernitz und Heike Jessen)


Die künstlerische Tätigkeit, die theoretischen Inhalte und die Massagepraxis sind aufeinander abgestimmt, sodass jede Aktivität von den anderen beiden ergänzt und vertieft wird.

Ad 1. Künstlerische Tätigkeit

Jeder Kurs beginnt am Morgen mit einer künstlerischen Aktivität. Sie führt die Schüler in den Bereich, für den - laut Dr. Pressel – der/die Masseur/in sich öffnen sollte: in die Wärme und Freude. Gleichzeitig stellt sich die erste wichtige Erfahrung ein, nämlich die Begegnung mit den eigenen körperlichen und seelischen Unzulänglichkeiten. Ausserdem wird in dieser Tätigkeit der erste Schritt zum Miteinander getan, was für den gegenseitigen Austausch in der Massagepraxis am Nachmittag ein guter Auftakt ist.


Die Leiterin des praktischen Teils nimmt sowohl an dieser Tätigkeit als auch an dem vorausgehendem Exposé der theoretischen Inhalte teil.

Ad 2. Theoretischer Teil

Die theoretischen Inhalte der gesamten Ausbildung befassen sich mit folgenden Themen:

1. Stufe: Einführung (Kurse 1-3)

  • Salutogenese und Geisteswissenschaft

  • Drei- und Viergliedrigkeit des Menschenwesens

  • Ab- und Aufbauprozesse (Tag- und Nachtmensch)

  • Konstitutionstypen

  • 4 Temperamente; 4 Ätherarten

  • Muskelleib und Planetenwelt

  • Wirbelsäule und 12 Aspekte des Tierkreises

 

2.Stufe: Die Massage als hygienische und präventive Gesundheitsmassnahme (Kurse 4-6)

 

  • Die vier Hauptorgane. Das Herz als archetypisches Organ

  • Die 7 Lebensprozesse. Lernprozesse in 7 Schritten

  • Lebensphasen in Jahrsiebten: Biologische, seelische und geistige Aspekte

  • Konstitutionelle Prädispositionen: Hysterie und Neurasthenie. Beschreibung von Patienten.

 


3. Stufe: Die Massage als therapeutische Massnahme (Kurse 7-9)

  • Merkmale der chronischen Krankheiten. Beschreibung von Patienten

  • Merkmale der psychosomatischen Krankheiten. Beschreibung von Patienten

  • Der Schulungsweg des Therapeuten

  • Die Beziehung: Therapeut-Patient

Ad 3. Praktischer Teil

Im praktischen Teil am Nachmittag werden die Erfahrungen des Vormittags besprochen und in die Praxis umgesetzt.


Wichtiges Element der Massagepraxis nach Dr. Pressel ist die Wärme, an der sich nun auch der angehende Therapeut, der jetzt Patient ist, erfreuen kann. Es werden Wärmeflaschen, Wolldecken, Wollsocken usw. verteilt. Der Masseur sorgt für seine eigene Wärme an Händen und Füßen.


Der praktische Teil beginnt mit einer Demonstration der Bein- und Kreuzmassage durch die Kursleiterin. Im Laufe der Woche wird jeden Tag ein Schüler, vor allem, wenn er die Massage noch nicht kennt, von der Kursleiterin massiert, was gleichzeitig immer wieder die wirksamste Lehrmethode ist, da das „Modell“ sich als Bild einprägt und die Lernenden sich zunächst in einer Phase der Nachahmung befinden.


Die Massage wird durch gegenseitige Anwendung erübt, d.h., derjenige, der die Massage von einem Kursteilnehmer empfangen hat, übt sie in einem zweiten Schritt an demselben aus. Therapeutische Eigenschaften wie Schweigsamkeit, Aufmerksamkeit, Erfühlen, Ertasten, Entdecken, Geduld, Akzeptieren, Begleiten, Zurückhaltung, können von Anfang an auf beiden Seiten, dem Übenden und Empfangenden, geübt werden. Im Laufe der Kurswoche und besonders in fortgeschrittenen Kursen werden Dankbarkeit für die gegenseitige Zuwendung und das Verständnis für Unzulänglichkeiten stärker und schaffen ein Klima, das der Entwicklung von therapeutischen Fähigkeiten sehr zuträglich ist. Andererseits erleben die angehenden Masseure „am eigenen Leibe“ die Wirkungen der Massage und können in den zwischen den Kursen liegenden Übzeiten im Kreise der Familie und Freunde darauf zurückgreifen.

Da die Massage von Dr. Pressel in eine „Partitur“ gebracht worden ist, hat der angehende Masseur von Anfang an eine relative Sicherheit und darf der förderlichen Wirkung vertrauen, immer vorausgesetzt, dass er die wenigen Gegenindikationen kennt. In der Ausbildungszeit werden die Massagen grundsätzlich in ihrem hygienischen Aspekt ausgeübt. Hinweise, die das langsame und zunächst sanfte Einarbeiten in den unbekannten Muskelleib und dessen Reaktionen, den Rhythmus der Massagen (einmal wöchentlich, zweimal wöchentlich usw.), die verschiedenen Öle u.a.m. betreffen, bilden eine verlässliche Arbeitsbasis auch für den Anfang. Kursteilnehmer, die nach wenigen Kursen die Pressel-Massage in ihre Berufsarbeit mitaufnehmen wollen, stehen in engem Kontakt mit dem ausbildenden Arzt und der Masseurin.
In fortgeschrittenen Kursen beginnen die Schüler die erhaltene Massage zu charakterisieren, wobei sehr differenzierte Dinge zur Aussprache kommen, da das Gespür für Feinheiten wächst. Diese Art der Korrektur hat sich als förderlicher erwiesen als das vorzeitige Einschreiten der Kursleiterin. Diese lässt sich im übrigen auch massieren, weil nicht alles in der Ausbildung gesehen werden kann, sondern gefühlt werden muss.

Da die Erübung der Massage in fortgeschrittenen Kursen immer weniger Zeit in Anspruch nimmt, werden im praktischen Teil Fälle besprochen, die zunächst aus dem Erfahrungsbereich der Leiterin, aber in zunehmendem Maße auch von den Schülern kommen. Fragen zu schwierigeren Fällen werden vormittags mit dem ausbildenden Arzt besprochen. So sammelt sich ein reiches Material an, das der Erforschung der noch lange nicht genügend verstandenen und gewürdigten Massage von Dr. Pressel dienen kann. Im übrigen kann die Ausbildung der hier beschriebenen Schule auf einen einzigartigen Glückumstand bauen: Sie wurde von Anfang an von einem Arzt geleitet, der selbst seit vielen Jahren massiert wird und auf Erfahrungen am „eigenem Leibe“ zurückgreifen kann.

Kriterien zur Erlangung eines Abschlusszeugnisses

 

Kriterien zur Zulassung zum Abschlussverfahren sind die Teilnahme an den 9 Kursen und die zwischenzeitlich erbrachten praktischen Übeinheiten an Familienmitgliedern und Freunden.
Dies sollte genauestens dokumentiert werden.


In den letzten beiden Kursen der Ausbildungszeit ist es den Kursleitern möglich, sich schon ein Bild von der Qualifikation des angehenden Masseurs und Therapeuten zu machen, da auch in der Zwischenzeit immer wieder Gespräche, gegebenenfalls auch ärztliche Behandlung, sowie Austausch über Veränderungen in den Lebensumständen, über Zukunftspläne usw. stattgefunden haben.

Im letzten Kurs wird eine Abschlussarbeit von den jeweiligen Kursteilnehmern präsentiert. Es handelt sich dabei um die Darstellung eines Falles, an dem sowohl das Verständnis des anthroposophischen Menschenbildes als auch die übermittelten Inhalte des theoretischen Teils sowie die Beobachtungsfähigkeit und die Massnahmen des Masseurs deutlich werden. Ihre Präsentation dient allen Kursteilnehmern zur Erweiterung ihrer Kenntnisse, ihres Urteilsvermögens und ihrer Fähigkeiten als Therapeut und wird eingehend besprochen und von dem ausbildenden Arzt begutachtet. Aufgrund des befriedigenden Ergebnisses wird ein Zertifikat von der Massageschule „Instituto Hygiena“ ausgestellt. Dieses Zertifikat berechtigt u.a. dazu, an den Vervollkommnungskursen teilzunehmen. In diesen vertiefenden Kursen für diplomierte Presselmasseur/innen werden spezielle Pathologien (z.B. Krebs, Rheuma, Fibromyalgie) behandelt, die durch die Presselmassage gewinnbringend beeinflusst werden können. Dabei wird auch die Massagepraxis neu angeschaut, verbessert und erweitert und der/die Presselmasseur/in in seiner/ihrer Entwicklung begleitet.

Das zum Abschluss erworbene Zertifikat richtet sich nach den jeweiligen Qualifikationen des/der Teilnehmer/in. Diejenigen, die in in ihrem Bereich berechtigt sind heilkundlich tätig zu sein, wie z.B. Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Med. Masseure, erhalten ein Abschlusszeugnis über die Befähigung und Berechtigung zur Ausübung der therapeutischen Massage nach Dr. S. Pressel. Kursteilnehmer, wie z.B. Heilpädagogen, Heileurythmisten, Kunsttherapeuten u.a., aber auch die Laien, die im Rahmen der Familie und im Freundeskreis tätig werden wollen und die keine staatlich anerkannte medizinisch-therapeutische Ausbildung haben, die sie zu einer heilkundlichen Ausübung der Massage berechtigt, erhalten ein Abschlusszeugnis über die Teilnahme an den Kursen mit dem Hinweis, dass die Massage hygienischen Zwecken dient, bzw. eine notwendige Ergänzung und Erweiterung im Rahmen der Berufsausübung darstellt.

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